Du hast Aktien verkauft, Dividenden kassiert oder dein Sparbuch hat tatsächlich Zinsen abgeworfen — und jetzt fragst du dich, wie viel davon das Finanzamt einbehält. In Österreich lautet die Antwort seit 2016 einheitlich: 27,5% Kapitalertragsteuer (KESt) auf nahezu alle Kapitaleinkünfte. Klingt einfach, wird aber schnell komplex, wenn du Freibeträge, Verlustausgleich und verschiedene Anlageformen kombinierst.
Was genau besteuert die KESt?
Die KESt nach § 27a EStG erfasst drei Kategorien:
- Einkünfte aus der Überlassung von Kapital — Sparbuchzinsen, Anleihecoupons, Dividenden inländischer und ausländischer Aktien
- Einkünfte aus realisierten Wertsteigerungen — Kursgewinne beim Verkauf von Aktien, ETFs, Fonds, Kryptowährungen (seit 2022)
- Einkünfte aus Derivaten — Optionen, Zertifikate, Termingeschäfte
Der Steuersatz beträgt einheitlich 27,5%. Nur für Sparbuchzinsen und Girokontozinsen galt bis 2024 der alte Satz von 25% — ab 2025 ist auch hier 27,5% Standard. Die KESt ist eine Endbesteuerung: Die Einkünfte müssen nicht mehr in die Einkommensteuererklärung aufgenommen werden, außer du willst einen Verlustausgleich geltend machen.
Verlustausgleich: Wann sich die Steuererklärung trotzdem lohnt
Hast du im selben Kalenderjahr Kursgewinne von €5.000 und Kursverluste von €3.000, kannst du den Gewinn auf €2.000 reduzieren. Der Ausgleich funktioniert automatisch innerhalb eines Depots bei österreichischen Banken. Über mehrere Depots oder bei ausländischen Brokern musst du selbst tätig werden — über die Einkommensteuererklärung (Formular E1kv).
Rechenbeispiel:
- Dividenden: €2.400 → KESt: €660
- Kursgewinne: €8.000 → KESt: €2.200
- Kursverluste: −€3.500 → Steuerersparnis: €962,50
- Netto-KESt nach Ausgleich: €1.897,50 statt €2.860
Wer den Verlustausgleich ignoriert, verschenkt bares Geld. Laut Bundesministerium für Finanzen nutzen weniger als 30% der Anleger mit Auslandsbroker aktiv den depotübergreifenden Verlustausgleich.
Krypto, ETFs und Fonds — Sonderfälle
Seit dem Öko-Sozialen Steuerreformgesetz 2022 fallen Kryptowährungen unter die KESt. Allerdings gilt die Besteuerung nur für Coins, die nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden (Altbestand ist steuerfrei). Bei thesaurierenden ausländischen Fonds wird die KESt auf die sogenannten "ausschüttungsgleichen Erträge" berechnet — eine Zahl, die jährlich von der OeKB (Österreichische Kontrollbank) veröffentlicht wird.
ETF-Sparpläne erzeugen bei jedem Kauf ein separates Steuer-Los. Ein Verkauf nach der FIFO-Methode (First In, First Out) bestimmt, welche Anschaffungskosten gelten. Bei monatlichen Sparplänen über Jahre entsteht eine lange Liste einzelner Lose — der Rechner hilft, den Überblick zu behalten.
KESt sofort berechnen — kostenlos und privat
Der kostenlose KESt-Rechner berechnet die Steuerbelastung für Dividenden, Zinsen und Kursgewinne in Sekunden. Einfach Bruttoertrag eingeben, Anlagetyp wählen, Verluste gegenrechnen — fertig. Das Tool läuft komplett im Browser, keine Daten verlassen dein Gerät.
Weitere österreichische Steuerrechner:
- Einkommensteuer-Rechner — Tarifstufen 2025 mit Absetzbeträgen
- Brutto-Netto-Rechner — Gehaltsabrechnung mit SV und Lohnsteuer
- Immobilienertragssteuer-Rechner — 30% ImmoESt bei Liegenschaftsverkauf
Methodik: Berechnung basiert auf § 27a EStG idF BGBl. I Nr. 108/2022 und den aktuellen Richtlinien des Bundesministeriums für Finanzen (bmf.gv.at). Stand: 2025.
Ursprünglich veröffentlicht auf https://tool.teamzlab.com?utm_source=devto&utm_medium=article&utm_campaign=2026-05-at-kapitalertragsteuer-rechner-kest-2025
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